- - v. Srbik, philosophische und kirchenpolitische Weltanschauung Ottos von Berichte: -- Kommission für neuere Geschichte Österreichs 1906/7 . Soite 219 220 Historische Landeskommission für Steiermark 1903-1907 543 728 Die Urkundenfälschungen des Klosters Prüfening. Mit vier Lichtdrucktafeln. Von Hans Hirsch, Die Diplome des Klosters Prüfening bei Regensburg gehörten zu den ersten Gruppen, deren Bearbeitung von der Diplomata-Abteilung der Monumenta Germaniae für die Ausgabe der Urkunden Lothars III. und seiner Nachfolger in Angriff genommen wurde. Seit der Kontroverse, zu der es wegen der zwei Lothar-Diplome St. 3247 und 3358 zwischen Schum und Scheffer-Boichorst gekommen war, wusste man, dass der Prüfeninger Urkundenbestand nicht frei von älschungen ist; auch gegenüber einzelnen Verleihungen der Bischöfe von Bamberg für das Kloster sind schon lange Zweifel rege geworden. Die inhaltlichen Beziehungen, in denen letztere zu den Kaiserurkunden stehen, machten. zur vollständigen Aufklärung des Sachverhaltes umfassende Nachforschungen in dem gesamten archivalischen Nachlass des 1803 aufgehobenen Klosters1) notwendig. Das Resultat ist die Aufdeckung einer recht ausgedehnten Fälschungsaktion, von der ausser drei Diplomen und vier Privilegien der Bischöfe von Bamberg, die in der Literatur schon lange bekannt sind, noch weitere drei Regensburger und Bamberger Bischofsurkunden und eine Tauschbestätigung Herzog Heinrichs des Stolzen betroffen worden sind, die alle bei ihrem vollständigen Abdruck im Anhange dieses Aufsatzes mit dem Merkmal der Unechtheit versehen werden mussten. Im Laufe der Arbeit ist also 1) Das Klosterarchiv gehört heute zu den Beständen des kgl. bayer. allg. Reichsarchivs in München; die Urkunden sind zumeist gedruckt in den Monumenta Priflingensia (Mon. Boica 13, 141 ff.); vgl. Hund-Gewold, Metr. Sal. 3, 85 ff. Mitteilungen XXIX. 1 der Schwerpunkt des Interesses von den Kaiserurkunden auf die Bischofsurkunden übergegangen und ich hätte der dabei auftauchenden Schwierigkeiten nicht Herr werden können, wenn ich nicht aus Gründen, die anderweitig dargelegt sind1), gleichzeitig mit dieser Frage die Recherchen auf das ganze Gebiet der Bamberger Bischofsurkunden des 12. Jahrhunderts ausgedehnt hätte. Die Arbeit ist im Auftrage der Abteilungsleitung 2) als notwendige Vorstudie für die Ausgabe der Diplome Lothars III. ausgeführt. Die ersten Erhebungen habe ich, nachdem die Kaiserurkunden in Wien bearbeitet worden waren, während eines zweiwöchentlichen Aufenthaltes in München im September 1905 gepflogen und bin schon damals in den Hauptpunkten zu jenen Resultaten gelangt, wie sie jetzt vorliegen. Zur Aufhellung aller Details habe ich dann im Sommer der Jahre 1906 und 1907 einige Zeit in München zugebracht. Dem Direktor des kgl. bayer. allg. Reichsarchivs Herrn Dr. F. L. Baumann und den Herren Beamten, die mir die Benutzung der Archivalien in jeder Hinsicht erleichterten, gebührt für das stets gleich grosse Entgegenkommen3) der herzlichste Dank+). Die Kosten für die vier Lichtdrucktafeln5) sind zum grösseren Teil aus einer Subvention bestritten worden, die die Zentraldirektion der Monumenta Germaniae dieser Arbeit zugewendet hat; auch hiefür habe ich den ergebensten Dank auszusprechen und ebenso der Redaktion dieser Zeitschrift, die für den Rest des Betrages aufgekommen ist. I. Die echten Diplome. Das Kloster Prüfening ist 1109 von Bischof Otto I. von Bamberg in nächster Nähe von Regensburg gestiftet worden). Der erste Abt Erminold kam 1114 aus Hirsau; mit diesem Reformzentrum hatte 1) In dieser Zeitschr. 7. Erg. Bd., 473. 2) Herrn Professor von Ottenthal habe ich für die Förderung der Arbeit und für wichtige Winke und Hinweise meinen ganz besonderen Dank auszudrücken. 3) Einzelne Urkunden und Codices sind mir ausserdem mit zuvorkommender Bereitwilligkeit nach Wien gesandt worden. 4) Auch auf der kgl. Hof- und Staatsbibliothek habe ich mich dank der grossen Liberalität des Herrn Geheimrates von Laubmann in der Benützung von Hss. und Büchern mannigfacher Begünstigungen erfreut. 5) Taf. 1, 3 und 4 sind unwesentlich verkleinert. 6) Quellen hiefür sind die Anuales Pruveningenses SS. 17, 606, die Vita Ermenoldi SS. 12, 484 ff. und die Vita Ottonis des Anonymus Prieflingensis SS. 12, 886. Vor allem aber die den Traditionen des Klosters vorausgehenden historischen Notizen, der sogenannte Libellus memorialis, SS. 15, 2, 1075 f. |